22. November 2018 Haushalt

Jobcenter erhält mehr Geld für Eingliederungsleistungen

Das Jobcenter Region Hannover rechnet für 2019 mit deutlich mehr Geld, um Arbeitsuchende zu unterstützen. Im kommenden Jahr stehen dem Jobcenter insgesamt 21 Millionen Euro mehr zur Verfügung als 2018. Neben der beruflichen Weiterbildung will das Jobcenter vor allem Arbeitsuchende fördern, die wenig Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Für diese Menschen gibt es ab 1. Januar 2019 ein neues gesetzliches Förderinstrument.

„21 Millionen mehr für Eingliederungsleistungen sind eine wirklich gute Nachricht für viele Menschen in der Region“, sagt Andrea Hanke, Vorsitzende der Trägerversammlung Jobcenter Region Hannover. „Das Geld ist aus Sicht der Region gut investiert. Wer den Lebensunterhalt selbst bestreitet, zahlt auch Steuern und Sozialabgaben. Aber es geht noch vielmehr um die Teilhabe am Arbeitsleben, ein gesellschaftspolitisch ungemein wichtiger Aspekt.“  

„Aufgrund der guten Arbeitsmarktlage haben heute auch die Menschen eine Chance am Arbeitsmarkt teilzunehmen, die vor einigen Jahren davon noch nicht profitiert hätten“, stellt Heike Döpke, stellvertretende Vorsitzende der Trägerversammlung Jobcenter Region Hannover fest. „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass es mit der richtigen Unterstützung und Förderung gelingen kann, auch nach mehreren Jahren ohne Job wieder eine Arbeit zu finden.“ 

Seit September 2018 liegt die Zahl der Arbeitslosen im Jobcenter erstmals bei unter 30.000. Damit ist die Zahl innerhalb eines Jahres um fünf Prozent zurückgegangen. Bei den Langzeitarbeitslosen beträgt der Rückgang gegenüber dem Vorjahr sogar neun Prozent. „Trotz der guten Arbeitslosenzahlen haben wir aber weiterhin 58.000 Langzeitbezieher in der Region“, mahnt Michael Stier, Geschäftsführer Jobcenter Region Hannover. „Viele dieser Menschen haben im Moment wenig Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.“

Berufliche Weiterbildung bleibt ein wichtiges Förderinstrument, um Arbeitsuchende zu unterstützen. In 2019 will das Jobcenter 2.700 berufliche Weiterbildungen fördern, rund 350 mehr als 2018. Das Bildungsangebot reicht bis zum Berufsabschluss. „Wer eine Berufsausbildung vorweisen kann, wird seltener arbeitslos und verdient in der Regel mehr Geld als eine ungelernte Kraft“, sagt Michael Stier. „Wir fördern deshalb auch einen Berufsabschluss bei Menschen, die 50 Jahre und älter sind, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.“

Vor allem nimmt das Jobcenter in 2019 diejenigen in den Fokus, die wenig Chancen haben, sofort etwas auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden. Dazu nutzt das Jobcenter ab Januar 2019 das Förderinstrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“. Das neue gesetzliche Förderangebot richtet sich an Menschen, die seit mehreren Jahren Leistungen vom Jobcenter beziehen und wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben. Über 1.300 Menschen in der Region Hannover sollen im kommenden Jahr so eine Stelle finden. „Alle unsere Maßnahmen haben immer zum Ziel, dass die Menschen irgendwann ohne Unterstützung ihren Lebensunterhalt selbst verdienen“, betont Michael Stier.

Außerdem stellt der Gesetzgeber den Jobcentern ein weiteres Förderinstrument zur Verfügung. Für Arbeitsuchende, die mindestens zwei Jahre arbeitslos gemeldet sind, kann das Jobcenter Zuschüsse zum Arbeitsentgelt zahlen. Im ersten Jahr beträgt der Zuschuss 75 Prozent, im zweiten Jahr sind es 50 Prozent.

In 2018 musste das Jobcenter noch 18 Millionen Euro aus dem Haushalt für Fördermaßnahmen in den Verwaltungshaushalt umschichten, um die eigenen Kosten zu decken. Auch in 2019 wird es Umschichtungen geben müssen, die fallen aber deutlich geringer aus.

„Wir haben in den kommenden Jahren ausreichend finanzielle Mittel für eine gute Förderpolitik zur Verfügung“, freut sich Michael Stier. „Besonders freut uns, dass sichergestellt ist, dass wir auch längerfristige Weiterbildungen fördern können.“ 

zurück zur Übersicht