8. Mai 2017

Verbundausbildung gibt Jugendlichen Starthilfe

Die Region Hannover und das Jobcenter Region Hannover haben ein neues Angebot, um benachteiligten Jugendlichen den Weg in eine betriebliche Ausbildung zu ebnen. In der Verbundausbildung schließen Jugendliche einen Ausbildungsvertrag mit dem Bildungsträger Pro Beruf oder der Malerinnung. Haben sie sich im ersten Lehrjahr bewährt, erhalten sie für die verbleibende Zeit einen Ausbildungsvertrag von einem Betrieb, um dort die Ausbildung abzuschließen. Die Verbundausbildung wird vom Land Niedersachen, dem Europäischen Sozialfonds, vom Jobcenter Region Hannover und der Region Hannover gefördert.

„Wir dürfen in der Region keinen Jugendlichen zurücklassen. Gleichzeitig suchen viele Betriebe in der Region dringend Auszubildende“, sagt Ulf-Birger Franz, Dezernent für Wirtschaft, Verkehr und Bildung der Region Hannover. „Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt bietet heute auch Chancen für diejenigen, die früher nicht zum Zuge gekommen wären. Mit der neuen Verbundausbildung können wir diesen Jugendlichen die nötige Starthilfe für eine erfolgreiche Ausbildung geben.“

Die Regionsverwaltung schlägt dem zuständigen Fachausschuss für das Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit in seiner nächsten Sitzung am 16. Mai daher vor, die Verbundausbildung auch weiterhin zu fördern.

Die Verbundausbildung richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahren, die Schwierigkeiten haben, eine Lehrstelle zu finden. „Viele junge Menschen sind praktisch begabt, haben aber Defizite in der Theorie. Bei einigen stehen schlechte Noten oder unentschuldigte Fehlzeiten im Abschlusszeugnis. Das kann Betriebe erst einmal abschrecken“, sagt Dietmar Langer, Mitglied der Geschäftsführung Jobcenter Region Hannover. „Bei Migrantinnen und Migranten, die in letzter Zeit nach Deutschland gekommen sind, fehlen oft notwendige Sprachkenntnisse. Die Verbundausbildung ist deshalb auch ein Instrument, was wir zukünftig zur Integration junger Flüchtlinge einsetzen und weiter ausbauen können.“

Die Verbundausbildung ist im August 2016 gestartet, für Ausbildungsberufe in der Gastronomie und im Malerhandwerk. Die Jugendlichen schließen zunächst einen Ausbildungsvertrag mit der Malerinnung oder dem Bildungsträger Pro Beruf. Im ersten Lehrjahr absolvieren sie in Ausbildungswerkstätten und Praktikumsbetrieben den praktischen Teil der Ausbildung und besuchen regulär die Berufsschule. Außerdem erhalten sie Nachhilfe und bei Bedarf auch Sprachunterricht. Sozialpädagogen können bei auftretenden Schwierigkeiten ebenfalls unterstützen.

Ziel der Verbundausbildung ist, dass die Jugendlichen nach dem ersten Lehrjahr gut vorbereitet von einem Betrieb in ein Ausbildungsverhältnis übernommen werden. Idealerweise ist das ein Betrieb, in dem sie bereits praktische Erfahrungen gesammelt und sich bewährt haben. Neun Jugendliche absolvieren derzeit die Verbundausbildung. Die ersten von ihnen haben jetzt die Zusage von Betrieben erhalten, dass sie ins zweite Lehrjahr übernommen werden. Während der verbleibenden Ausbildungsdauer erhalten die Auszubildenden bei Bedarf weiterhin Nachhilfeunterricht und soziale Begleitung.

„Das Projekt Verbundausbildung ist ein Leuchtturmprojekt“, sagt Pro Beruf-Geschäftsführer Rudolf Schulz, „weil es zeigt, dass es viel besser ist in die Ausbildung junger Menschen als in Warteschleifen zu investieren.“

zurück zur Übersicht