Unterkunft und Heizung

 

Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in tatsächlicher Höhe übernommen, wenn diese angemessen sind. Für die Region Hannover richten sich die Angemessenheitsgrenzen nach der Anzahl der Personen, die in einem Haushalt leben und der Höhe der Unterkunftskosten.

Die Kosten der Unterkunft werden beispielsweise für eine Mietwohnung, ein selbstbewohntes Eigenheim oder eine selbstbewohnte Eigentumswohnung übernommen. Sie umfassen die Kaltmiete bzw. bei Eigentum die Schuldzinsen und auch die Nebenkosten. Tilgungsraten können durch das Jobcenter Region Hannover grundsätzlich nicht übernommen werden.

Zu den Nebenkosten gehören beispielsweise

  • Wasser/Abwasser
  • Müllabfuhr, Straßenreinigung
  • Schornsteinreinigung
  • Grundsteuer
  • Gebäudeversicherung

Nicht zu den Nebenkosten gehören die Kosten für den Telefonanschluss, in der Regel auch nicht die Kosten für eine Garage oder einen Stellplatz. Die Haushaltsenergie (Strom für Elektrogeräte, Licht, etc.) gehört ebenfalls nicht zum Bedarf der Unterkunft, sondern ist aus dem Regelbedarf zu bestreiten.

Ab Juli 2017 gelten in der Region Hannover folgende Höchstgrenzen für eine angemessene Wohnung:

Personen

1

2

3

4

jede weitere Person

Angemessene Wohnfläche

bis 50 qm

bis 60 qm 

bis 75 qm

 bis 85 qm

Erhöhung um 10 qm

Gemeinde

 

 

 

 

 

Hannover

388,00 €

475,00 €

560,00 €

660,00 €

85,00 €

Barsinghausen

334,00 €

431,00 €

497,00 €

581,00 €

72,00 €

Burgdorf

394,00 €

447,00 €

536,00 €

597,00 €

75,00 €

Burgwedel

382,00 €

485,00 €

549,00 €

624,00 €

74,00 €

Garbsen

373,00 €

420,00 €

517,00 €

611,00 €

71,00 €

Gehrden

366,00 €

459,00 €

555,00 €

630,00 €

73,00 €

Hemmingen

379,00 €

454,00 €

529,00 €

623,00 €

78,00 €

Isernhagen

368,00 €

437,00 €

542,00 €

630,00 €

77,00 €

Laatzen

399,00 €

472,00 €

572,00 €

615,00 €

81,00 €

Langenhagen

375,00 €

443,00 €

530,00 €

629,00 €

77,00 €

Lehrte

384,00 €

458,00 €

540,00 €

563,00 €

76,00 €

Neustadt

374,00 €

435,00 €

500,00 €

591,00 €

70,00 €

Pattensen

388,00 €

444,00 €

483,00 €

563,00 €

75,00 €

Ronnenberg

351,00 €

437,00 €

513,00 €

601,00 €

73,00 €

Seelze

344,00 €

425,00 €

505,00 €

557,00 €

81,00 €

Sehnde

367,00 €

442,00 €

537,00 €

595,00 €

73,00 €

Springe

359,00 €

416,00 €

478,00 €

528,00 €

70,00 €

Uetze

341,00 €

416,00 €

499,00 €

580,00 €

62,00 €

Wedemark

392,00 €

464,00 €

549,00 €

671,00 €

73,00 €

Wennigsen

351,00 €

405,00 €

483,00 €

578,00 €

68,00 €

Wunstorf

347,00 €

414,00 €

496,00 €

548,00 €

67,00 €

 

In diesen Beträgen sind die Nebenkosten (ohne Heizkosten) bereits enthalten.

Sollten Ihre Unterkunftskosten diese Höchstbeträge überschreiten, prüft das Jobcenter, ob es Ihnen zumutbar ist, diese Kosten innerhalb einer (unter Berücksichtigung Ihrer persönlichen Situation) vorgegebenen Frist zu senken. Sollte die Senkung der Unterkunftsaufwendungen für Sie nicht zumutbar sein, teilen Sie bitte Ihre Gründe umgehend dem Jobcenter mit. Wichtige Gründe, bei deren Vorliegen eine Senkung der Unterkunftsaufwendungen durch das Jobcenter nicht erfolgt, können beispielsweise sein:

  • kurzzeitiger Leistungsbezug, z.B. wegen Arbeitsaufnahme
  • Veränderung der familiären Situation, z.B. Geburt
  • Schul-/Kita-Besuch eines Kindes, wenn für das Kind aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund der Besonderheit der Einrichtung (z.B. Schule für hochbegabte oder lernbeeinträchtigte Kinder) ein durch den Umzug bedingter Wechsel nicht zuzumuten ist
  • bei Menschen mit Behinderungen, wenn dadurch ein abweichender Wohnraumbedarf erforderlich wird
  • Erkrankungen, die die Mobilität erheblich beeinträchtigen

Die Senkung der Unterkunftsaufwendungen kann geschehen durch Umzug, Untervermietung, ggf. auch durch Mietverzicht seitens des Vermieters oder durch andere geeignete Maßnahmen. Gelingt es Ihnen nicht, trotz umfassender Wohnungs- und Untermietersuche innerhalb der gesetzten Frist die Unterkunftskosten zu senken, kann die Frist verlängert werden, wenn Sie Ihre Bemühungen gegenüber dem Jobcenter nachweisen. Zeitungsanzeigen bei Untermietgesuchen oder nachvollziehbare Aufzeichnungen zur Wohnungssuche reichen dafür in aller Regel aus.

Sehen Sie keine Möglichkeit, die Kosten zu senken und möchten Sie in der Wohnung bleiben, übernimmt das Jobcenter Region Hannover lediglich die o. a. Höchstbeträge. Die Differenz zwischen dem Höchstbetrag und den tatsächlichen Unterkunftskosten müssen Sie dann selbst tragen.

Hinweis zur Möglichkeit der Gewährung eines Zuschlags auf die neuen Mietobergrenzen ab dem 01.06.2013 bei energetisch saniertem Wohnraum:

Falls Ihre tatsächlichen Aufwendungen für die Unterkunft die Mietobergrenze übersteigen, kann für Sie ein Zuschlag auf die Mietobergrenze gewährt werden, wenn Sie in einem energetisch sanierten Wohnraum wohnen, das heißt, dass in ihrem Haus oder ihrer Wohnung durch bauliche Maßnahmen (z. B. Dämmung, Isolierung) der Energiebedarf gesenkt wurde. Den energetischen Zustand Ihres Wohnraumes können Sie dem Energieausweis entnehmen. Bitte wenden Sie sich bezüglich des Energieausweises an Ihre/n Vermieter/in.

Für die Gewährung eines Zuschlages zur Mietobergrenze sind unterschiedliche Beträge vorgesehen, da energetische Sanierungsmaßnahmen in sehr unterschiedlichen Ausmaßen vorgenommen werden können. Für die Zuordnung zu den entsprechenden Bonusstufen (I – III) werden die folgenden Grenzwerte des Endenergiebedarfes (dem Energieausweis zu entnehmen) zugrunde gelegt:

  • Bonusstufe III (60 Cent/m²): Endenergiebedarf von weniger als 60 kWh/m² im Jahr
  • Bonusstufe II (45 Cent/m²): Endenergiebedarf von 60,1 bis 90 kWh/m² im Jahr
  • Bonusstufe I (30 Cent/m²): Endenergiebedarf von 90,1 bis 120 kWh/m² im Jahr

Liegt der Endenergiebedarf trotz baulicher Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs oberhalb von 120 kWh/m², wird kein Zuschlag gewährt.

Maximal werden, sofern Ihr Wohnraum die o.g. Voraussetzungen erfüllt, folgende Zuschläge anhand der für die Größe Ihrer Bedarfsgemeinschaft als angemessen geltenden Wohnungsgröße berücksichtigt:

 

Bonusstufe I

Bonusstufe II

Bonusstufe III

1 Person (50 qm)

15,00   €

22,50   €

30,00   €

2 Personen (60 qm)

18,00   €

27,00   €

36,00   €

3 Personen (75 qm)

22,50   €

33,75   €

45,00   €

4 Personen (85 qm)

25,50   €

38,25   €

51,00   €

Jede weitere Person (10 qm)

3,00   €

4,50   €

6,00   €

Sofern nicht der vollständige Zuschlag zur Deckung der tatsächlichen Mietkosten benötigt wird, erfolgt die Gewährung ausschließlich in Höhe des tatsächlichen Bedarfes.

 

Heizkosten:

Heizkosten übernimmt das Jobcenter Region Hannover in Höhe der tatsächlich entstandenen Kosten, sofern der Heizkostenverbrauch nicht als zu hoch angesehen wird.

Ist dies der Fall, erfolgt nach Ablauf einer Übergangsfrist eine Reduzierung der Heizkosten auf die seit Juni 2015 geltenden Grenzwerte:

  angemessene Kosten pro m²
(angemessene Wohnfläche)
  zentrale
Wassererwärmung
dezentrale
Wassererwärmung
Erdgas  1,69 € 1,53 €
Fernwärme        1,96 € 1,79 €
Heizöl 1,91 € 1,74 €
Heizstrom - 3,92 €

 

Tipp: Weiterführende Informationen erhalten Sie unter www.stromsparcheck-hannover.de

 

Neben- und Heizkostenabrechnungen:

Sie erhalten grundsätzlich einmal jährlich eine Heiz- und Nebenkostenabrechnung von Ihrem Vermieter. Nach Erhalt dieser Heiz- und Nebenkostenabrechnung sind Sie verpflichtet, diese unverzüglich beim Jobcenter einzureichen. Bei Nachzahlungen prüft das Jobcenter, ob die erhöhten Kosten übernommen werden können.

Bitte beachten Sie: Guthaben aus Nebenkostenabrechnungen mindern die Kosten der Unterkunft im Folgemonat der Gutschrift oder Überweisung (Zeitpunkt des Zuflusses der Rückzahlung oder Zeitpunkt der Gutschrift) und werden mit Ihren laufenden Leistungen verrechnet.

Sollten sich zudem auch die monatlichen Abschläge ändern, müssen Ihre Kosten der Unterkunft neu berechnet werden.

 

Folgendes ist bei Umzügen zu beachten:

Bitte holen Sie vor einem beabsichtigten Umzug unbedingt die Zusicherung des Jobcenters für die Übernahme der Unterkunftskosten ein! Eine Zusicherung wird unter zwei Voraussetzungen vom Jobcenter Region Hannover erteilt:

  1. Der Umzug muss notwendig sein, d. h., dass Sie einen wichtigen Grund für den Umzug haben und
  2.  die neuen Kosten der Unterkunft müssen angemessen sein, d. h. unterhalb der vor Ort geltenden Höchstbeträge liegen.

Für die Prüfung der Angemessenheit benötigt das Jobcenter Region Hannover folgende Informationen über die neue Wohnung:

  • Größe der Wohnung
  • Anzahl der Zimmer
  • Höhe der Kaltmiete
  • Höhe der Vorauszahlungen für die Nebenkosten
  • Höhe der Heizkosten
  • Heizkostenart
  • Höhe einer möglichen Mietkaution

Sollten Sie in einen Ort außerhalb der Region Hannover umziehen, bescheinigt Ihnen das neu zuständige Jobcenter die Angemessenheit der Unterkunftskosten; das Jobcenter Region Hannover entscheidet lediglich über den Umzugsgrund und erteilt bei Angemessenheit der Unterkunftskosten die Zusicherung zum Umzug.

Welches Jobcenter in der Region Hannover für Sie zuständig ist, ergibt sich aus der Postleitzahl Ihrer bisherigen Wohnung in der Region Hannover. Haben Sie vor Ihrem Umzug außerhalb der Region Hannover gewohnt, ist das Jobcenter am neuen Wohnort in der Region Hannover für Sie zuständig.

 

Zuzug aus einer anderen Stadt

Wenn Sie aus einer anderen Kommune in die Region Hannover umziehen möchten und an Ihrem bisherigen Wohnort bereits Arbeitslosengeld II beziehen, benötigen Sie eine sog. Zusicherung. Diese wird Ihnen von Ihrem bisherigen Jobcenter erteilt, wenn Ihr Umzug im leistungsrechtlichen Sinne erforderlich und die Aufwendungen für die neue Unterkunft hier in der Region Hannover angemessen sind. Diese Angemessenheitsprüfung geschieht in Abstimmung zwischen Ihrem bisherigen Jobcenter und dem Jobcenter Region Hannover. Ob der Umzug hingegen erforderlich ist (sog. Notwendigkeitsbescheinigung) entscheidet ausschließlich Ihr bisheriges Jobcenter.

Wenn Sie umziehen, ohne die Zusicherung eingeholt zu haben oder Ihr bisheriges Jobcenter die Zusicherung ablehnt, kann es passieren, dass die Aufwendungen für die Unterkunft im Bereich des Jobcenters Region Hannover nicht in voller Höhe übernommen werden. Das umfasst ggf. auch eine häufig benötigte Mietkaution.