Teilqualifizierung

Schritt für Schritt zum Berufsabschluss

Ohne Qualifikation ist es schwierig, dauerhaft eine Stelle zu finden. Doch eine mehrjährige Ausbildung ist nicht für jeden etwas. Ab August bietet das Jobcenter die Möglichkeit der Teilqualifizierung an. Wer daran teilnimmt, hält sich viele Möglichkeiten offen: Berufsabschluss oder direkten Einstieg ins Arbeitsleben.

Die Region Hannover ist ein zentrales Verkehrskreuz und wichtiger Logistikstandort. Wer eine abgeschlossene Ausbildung im Bereich Lagerlogistik verfügt, findet schnell einen Job. Nicht jeder verfügt jedoch über eine solche Ausbildung. Eine komplette Umschulung für anderthalb bis zwei Jahre kommt für viele auch nicht in Betracht.

Grundsätzlich haben auch ungelernte Kräfte gute Chancen auf einen Job. Voraussetzung sind in der Regel der Gabelstaplerschein und gutes, berufsbezogenes Deutsch. Trotzdem ist ein Berufsabschluss langfristig gesehen der bessere Weg. Eine berufliche Teilqualifizierung bietet beides an: berufliches Fachwissen, um schnell einen Job zu finden. Gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, sich immer weiter zu qualifizieren. Am Ende steht dann die Externenprüfung vor der Kammer mit dem beruflichen Abschluss.


Am Beispiel Lagerlogistik funktioniert das so: Sie absolvieren das erste von vier Modulen bei einem Bildungsträger, in diesem Fall beim bfw in Hainholz. Das Modul umfasst eines der folgenden Themen: „Wareneingang, Warenausgang, innerbetrieblicher Transport und Gabelstaplerschein", „Lagerung von Gütern", „Kommissionierung" oder „Versand". Ein Modul dauert sechs bis acht Monate. Am Ende steht die theoretische und praktische Kompetenzfeststellung vor der Industrie- und Handelskammer. Wenn Sie bestehen, erhalten sie ein Zertifikat. Damit können Sie einen Job suchen. Oder ein Praktikum bei einem Betrieb machen und so einen Job oder eine Ausbildung finden. „Die Erfahrung zeigt, dass unsere Teilnehmer in der Regel von ihren Praktikumsbetrieben übernommen werden", sagt Jane Fichtner, Bildungsleiterin beim bfw. Zeitarbeitsfirmen wie Großunternehmen suchten dringend qualifizierte Bewerber.

Drei Monate später beginnt das nächste Modul. Vielleicht motiviert Sie aber der bestandene Test bei der Kammer, dass Sie weitermachen möchten. Dann können sie das nächste Modul absolvieren. Danach haben sie wieder die Möglichkeiten – arbeiten oder weitermachen. Wenn sie alle vier Module absolviert haben, können Sie sich zur Externenprüfung zum Fachlageristen bei der Industrie- und Handelskammer anmelden. Nach bestandener Prüfung haben Sie sogar viele Möglichkeiten: Sie können arbeiten gehen. Sie können sich einen Betrieb suchen, der sie zur Fachkraft für Lagerlogistik weiterbildet. Sie können einen höheren Schulabschluss machen.


Die Teilqualifizierung ist ein gutes Modell für Menschen, die länger aus der Schule und dem Beruf raus sind und nicht wissen, ob eine mehrjährige Ausbildung etwas für sie ist. Der Vorteil: wenn sie zwischen den Modulen aufhören, haben Sie schon etwas in der Hand, mit dem Sie sich bewerben können. „Das Berufsfeld Logistik ist was für Praktiker, die gut umsetzen können", sagt Jane Fichtner. Schulbesuch ist nicht vorgesehen. Die nötige Theorie lernen sie beim Bildungsträger. Wer sein Deutsch verbessern will, bekommt Unterricht, um die notwendigen Fachbegriffe zu lernen. Deutsch ist Bestandteil des Lehrplans. Muttersprachler haben in der Zeit Praxisunterricht.

Übrigens eignet sich der Bereich Lager und Logistik auch gut für Mütter, betont Jane Fichtner: „Das ist ein 24-Stunden-Geschäft. Die Arbeitgeber sind flexibel, was die Arbeitszeiten anbelangt." Außerdem sei körperliche Kraft nicht so wichtig. „Man muss die Technik beherrschen und Geschick und Organisationstalent mitbringen - und das können Frauen sehr gut."

Ab August bietet das Jobcenter eine Teilqualifizierung an für das Berufsfeld Lager und Logistik sowie für Küche, Maschinenführung und Handel. Bei Interesse fragen Sie Ihre persönliche Ansprechpartnerin oder Ihren persönlichen Ansprechpartner.