22. April 2016

Bundesprogramm ermöglicht soziale Teilhabe am Arbeitsleben

Das Jobcenter Region Hannover hat 186 Plätze aus dem Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ erhalten. Das Programm fördert Arbeitsverhältnisse von bis zu 30 Wochenstunden in gemeinnützigen Einrichtungen in der Region. Das Angebot richtet sich an Menschen über 35 Jahre, die mindestens vier Jahre Arbeitslosengeld II beziehen und gesundheitliche Einschränkungen haben oder mit minderjährigen Kindern in einem Haushalt leben.

Trotz guter Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt haben viele der betroffenen Menschen in der Region derzeit keine Aussicht auf einen Job und sind auf Leistungen vom Jobcenter angewiesen. Oft verringern gesundheitliche Einschränkungen die Aussichten auf einen Job. Arbeitsuchende mit Kindern haben es bei der Jobsuche ebenfalls oft schwer. Mehr als 21.000 Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren sind in der Region auf Leistungen vom Jobcenter angewiesen.

„Der Weg in die Arbeit führt am besten über Arbeit“, sagt Dietmar Langer, Mitglied der Geschäftsführung im Jobcenter Region Hannover. „Viele unserer Kundinnen und Kunden schaffen nicht den beruflichen Einstieg auf dem ersten Arbeitsmarkt, weil ihre persönlichen Rahmenbedingungen schwierig sind. Da sind wir mit den herkömmlichen Qualifizierungsangeboten und Unterstützungsmöglichkeiten nicht weitergekommen. Für solche Menschen brauchen wir über einen längeren Zeitraum geförderte Arbeitsverhältnisse, damit sie praxisnah darauf vorbereitet werden, wieder in das Erwerbsleben einzusteigen.“

Die Tätigkeit muss gemeinnützig sein und darf nicht bereits bestehende Arbeitsverhältnisse ersetzen. So fördert das Jobcenter über das Programm unter anderem zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse bei Kulturzentren, Tierschutzvereinen, Tafeln und sozialen Kaufhäusern. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt zwischen 15 und 30 Stunden. Das Arbeitsentgelt bemisst sich nach der Arbeitszeit und beträgt monatlich 1.320 Euro bei einer Arbeitszeit von 30 Stunden wöchentlich. Das gesamte Arbeitsentgelt wird vom Jobcenter gefördert. Bei der Vergütung wird der gesetzliche Mindestlohn eingehalten. Das Bundesprogramm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ läuft bis zum 31. Dezember 2018.

Der Verein Werkheim e.V. aus Hannover hat über das Programm vier zusätzliche Arbeitskräfte für die Arbeit mit Wohnungslosen eingestellt. Die neuen Mitarbeiter begleiten Wohnungslose zu Terminen und arbeiten in der Cafeteria.

„Die Teilnehmer helfen bei uns nicht nur aktiv sich selbst, sondern vor allem den Menschen, mit denen sie in Kontakt kommen“, sagt Andreas Sonnenberg, Vorstand des Werkheim e.V. „Wer selbst schon auf Hilfe angewiesen war, bringt wertvolle Kenntnisse mit, sich in die Probleme von wohnungslosen Menschen hineinzuversetzen. So kommt ein Kreislauf in Gang, der wiederum den eigenen Teufelskreis von mangelnder Anerkennung und Wertschätzung durchbricht und neue Perspektiven für alle eröffnet.“

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