13. Dezember 2016

Jobcenter-Geschäftsführer für weitere fünf Jahre im Amt

Weniger Arbeitslose seit 2012 im Jobcenter Region Hannover

Am 1. Januar beginnt Michael Stier seine zweite Amtszeit als Geschäftsführer des Jobcenters Region Hannover. Bereits im Juni hatten Agentur für Arbeit und Region Hannover als gemeinsame Träger des Jobcenters beschlossen, den 59-jährigen Juristen für weitere fünf Jahre zu bestellen. Zu seiner ersten Amtszeit zog Michael Stier eine insgesamt positive Bilanz.

„Ich freue mich sehr, dass die so gute Zusammenarbeit mit Michael Stier als Geschäftsführer des Jobcenters Region Hannover weitergeht. Er hat immer ein offenes Ohr für die kommunalen Anliegen“, sagte der Vorsitzende der Trägerversammlung Erwin Jordan. Bärbel Höltzen-Schoh, stellvertretende Vorsitzende der Trägerversammlung, freute sich sehr, Michael Stier „für weitere fünf Jahre zu gewinnen.“

„Meine Bestellung ist in erster Linie eine Bestätigung für die Arbeit aller Beschäftigten an unseren zwanzig Standorten. Die Kolleginnen und Kollegen leisten einen anspruchsvollen Job und sie machen das großartig. Deshalb freue ich mich, dass ich auch in den kommenden fünf Jahren die Verantwortung tragen werde“, sagte Michael Stier.

Die Zahl der Arbeitslosen im Jobcenter Region Hannover ist gegenüber Dezember 2011 um rund 2.200 zurückgegangen, im November lag sie bei rund 33.000. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen blieb mit 17.000 konstant. „Wir haben seit 2012 die Erfahrung gemacht, dass wir durch intensive Beratung, Förderung der beruflichen Weiterbildung und engen Kontakt zu Arbeitgebern mehr Arbeitsaufnahmen erreichen. Das spiegelt sich in der gesunkenen Zahl der Arbeitslosen wider“, bilanziert Michael Stier. „Wir sind in der Region gut vernetzt, sowohl mit der Wirtschaft, als auch mit Bildungsanbietern und sozialen Trägern. Die Kooperation mit all diesen Akteuren ist sehr eng. Wir erhalten von unseren beiden Trägern, der Agentur für Arbeit Hannover und der Region Hannover, viel Unterstützung.“

Die Zahl der Menschen, die in der Region auf Grundsicherung angewiesen sind, ist allerdings gestiegen. Zuletzt erhielten 119.000 Menschen Leistungen vom Jobcenter, 8.600 mehr als im Dezember 2011. Das hat zwei Gründe: Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die auf Grundsicherung angewiesen sind, stieg seit Dezember 2011 um 5.300, die der Jugendlichen unter 25 Jahren um 2.500. „Das ist eine Entwicklung, die uns Sorgen bereitet“, sagt Michael Stier. Seit 2015 hat die Zahl der Asylberechtigten in der Region deutlich zugenommen. Seit Januar 2015 sind über 6.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte allein aus den acht Hauptherkunftsländern hinzugekommen.

„Bei den Leistungsberechtigten ist viel Bewegung“, sagt Michael Stier. „Zuletzt hatten wir rund 20.000 Integrationen pro Jahr in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung oder Selbstständigkeit, die Hälfte davon bei Langzeitbeziehern. Das zeigt, dass wir insgesamt hier gute Arbeit leisten.“

Eines der Hauptprobleme sei, dass 60 Prozent der arbeitsuchenden Leistungsberechtigten keinen Berufsabschluss habe. „Für viele Menschen braucht es langfristige Strategien, um sie nachhaltig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Michael Stier. „Das gilt insbesondere für Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen. Bei ihnen kommt neben der Anpassung der Qualifikation an hiesige Standards das Erlernen der Sprache hinzu. Das kostet Zeit.“ Das Jobcenter Region Hannover werde künftig noch stärker auf die Betriebe in der Region zugehen, um gemeinsam Perspektiven für Arbeitsuchende zu entwickeln, kündigte Michael Stier an. „Ohne die Betriebe geht es nicht.“

Um die Situation der Kinder zu verbessern, nimmt das Jobcenter inzwischen ganze Familien in den Fokus. „Arbeitslosigkeit hat viele Ursachen, manchmal kommen mehrere zusammen. Deswegen ist es wichtig, dass wir die Gesamtsituation in den Familien erfassen und entsprechende Unterstützung anbieten oder vermitteln. Diesen Gedanken verfolgen wir bei den Jugendlichen auch mit der Einrichtung der Jugendberufsagenturen“, sagt Michael Stier.

Seit 2012 hat das Jobcenter Region Hannover einige Änderungen in der Organisation erfahren. Es gibt drei neue Standorte. Ein Standort kümmert sich speziell um Arbeitsuchende mit Behinderung. Ein weiterer ist speziell für Flüchtlingsangelegenheiten zuständig. Jeder einzelne Standort hat mehr Entscheidungskompetenz erhalten. Es gibt Spezialisierungen für bestimmte Zielgruppen. Persönliche Ansprechpartner für Betriebe ergänzen das Beratungs- und Förderangebot des gemeinsamen Arbeitgeber-Services.  

Seit Januar 2012 ist das Jobcenter Region Hannover um 300 Beschäftigte gewachsen, auf heute 1.750. Ein einheitliches Konzept zu Personalentwicklung schafft gleiche Entwicklungsmöglichkeiten für die Beschäftigten, die unterschiedliche Dienstherren haben. Es gibt ein betriebliches Gesundheitsmanagement und einen regelmäßigen Austausch des Geschäftsführers mit den Mitarbeitern. Ein eigenes Team sorgt für die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten.

„Unser Geschäft ist personalintensiv und das wird es auch in den nächsten Jahren sein. Deshalb haben wir viel in unsere Beschäftigten investiert und werden weiter viel investieren“, sagt Michael Stier. „Das ermöglicht intensivere Beratung und Betreuung, gerade für die Menschen, die viel Unterstützung brauchen. Unser Ziel ist und bleibt für alle eine Erwerbstätigkeit, die dauerhaft den eigenen Lebensunterhalt sichert.“

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