15. Februar 2016

Jobcenter veröffentlicht Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für 2016

Im Fokus: Familien, Flüchtlinge, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen

Das Jobcenter Region Hannover hat das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für 2016 veröffentlicht. Flüchtlinge und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen rücken dieses Jahr noch stärker in den Fokus. Erstmalig gibt es in 2016 ganzheitliche Angebote für Familien, die Leistungen vom Jobcenter erhalten.


„Den Ausgang aus dem Jobcenter finden sie am besten über den Bildungsweg“, sagt Michael Stier, Geschäftsführer des Jobcenters Region Hannover. „Deshalb ist es auch 2016 unser Ziel, dass mehr Menschen in der Region eine Ausbildung aufnehmen oder sich weiterbilden.“ Junge Menschen am Übergang von der Schule ins Berufsleben stehen dabei besonders im Blickpunkt. Daneben gibt es 2016 wieder verschiedene Unterstützungsangebote für Jugendliche ohne Schulabschluss, Alleinerziehende und Erwachsene über 25 Jahre. Durch Ausrichtung auf die individuellen Bedarfslagen können auch diese Bewerbergruppen erfolgreich in und durch eine Ausbildung begleitet werden. Teilqualifizierungen haben sich bewährt und werden ebenfalls weiterhin gezielt angeboten.

Eine besondere Herausforderung sieht Michael Stier in den kommenden Jahren darin, Flüchtlinge erfolgreich in den Arbeitsmarkt oder durch die Ausbildung zu begleiten: „Herkömmliche Sprachkurse reichen nicht aus, um Migranten fit für die Betriebe und die Berufsschule zu machen. Was wir brauchen, ist eine intensive berufliche Sprachförderung.“

Neben der beruflichen Bildung setzt das Jobcenter den konzentrierten Blick auf die Lebenssituation der Leistungsberechtigten fort. „Die gesundheitliche Leistungsfähigkeit der Bewerber spielt eine wesentliche Rolle auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Michael Stier. Durch die Einrichtung einer zentralen Dienststelle für Leistungsberechtigte mit gesundheitlichen Einschränkungen im vergangenen Jahr betont das Jobcenter diesen wichtigen Aspekt und hat vielfältige Unterstützungsangebote für diese Bewerbergruppe im Portfolio.

Auch das familiäre Umfeld der Leistungsberechtigten gehört in diesen Blick auf die Lebenssituation „Die Herkunft entscheidet häufig immer noch über den beruflichen Werdegang, ganz besonders bei jungen Menschen“, sagt Michael Stier. „Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob die Eltern morgens aufstehen, um zur Arbeit zu gehen und welches Rollenverständnis in der Familie herrscht.“ Ein gezieltes Familien-Coaching soll Familien stabilisieren, verschiedene Lösungsvarianten aufzeigen und Strukturen ermöglichen, um so auch den nachkommenden Generationen eine Perspektive zu eröffnen.

Das Jobcenter Region Hannover verfügt wie bereits in den Vorjahren auch 2016 über einen guten finanziellen Spielraum. Das Budget für Eingliederungsleistungen beträgt in diesem Jahr 66 Millionen Euro, ein Plus von fast 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weitere 8,5 Millionen Euro erhält das Jobcenter aus zwei Bundesprogrammen zur Förderung von Langzeitarbeitslosen und Langzeitbeziehern. „Wir haben 2016 eine sehr gute finanzielle Situation. Damit können wir alle Leistungsberechtigten individuell und bedarfsgerecht fördern“, betont Michael Stier, der sich eine weitere Öffnung bei der Ausgestaltung des Förderinstrumentariums wünscht, „um beispielsweise die Vermittlung von beruflichen Kenntnissen mit intensiver Sprachvermittlung gut verzahnen zu können.“

Das Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm für 2016 finden Sie hier.

zurück zur Übersicht